Das hat für Aufsehen gesorgt: Gerstungens Bürgermeister Daniel Steffan (CDU) brachte aus Unzufriedenheit mit der Thüringer Landespolitik einen Wechsel der Gemeinde nach Hessen ins Gespräch. Nun soll ein solcher Schritt doch nicht geprüft werden.
Die Probleme, die Steffan zu der Debatte veranlasst haben, bleiben aus seiner Sicht jedoch bestehen. Deshalb fordert die Gemeinde mehr Geld vom Land und schnellere Entscheidungen der Behörden.
Der Prüfauftrag für einen Wechsel Gerstungens von Thüringen nach Hessen ist vorerst vom Tisch. Der Hauptausschuss der Gemeinde hat am Dienstagabend eine Beschlussvorlage auf den Weg gebracht, in der ein solcher Auftrag nicht mehr enthalten ist. Der Gemeinderat soll in der kommenden Woche darüber entscheiden.
Bürgermeister Daniel Steffan (CDU) hatte zuvor öffentlich über einen möglichen Länderwechsel nachgedacht. Der Schritt sei derzeit politisch in der Gemeinde nicht durchsetzbar. An seiner Kritik an Thüringer Landesbehörden und seinen Forderungen an den Freistaat hält er jedoch fest.
Auf der Webseite der Gemeinde schreibt der Bürgermeister: „Am 8. September 2026 verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer, dass ich den Vorschlag an den Gemeinderat machen werde, einen Wechsel von Thüringen nach Hessen prüfen zu dürfen.
Dieser Vorschlag sorgte deutschlandweit für Aufsehen, was ich auch erwartet hatte. Ein Wechsel des Bundeslandes, was nach dem Grundgesetz möglich ist, hat es seit mehreren Jahrzehnten in Deutschland nicht mehr gegeben.“
In dieser Woche habe sich der Hauptausschuss in einer langen, intensiven und sehr sachorientierten Beratung mit seinem Vorschlag beschäftigt. Alle Ausschussmitglieder hätten dabei deutlich gemacht, dass sie die von Steffan geschilderte Problemlage Gerstungens vollumfänglich teilen.
„ Jedoch soll aktuell von einem Prüfauftrag abgesehen werden und stattdessen ein sachlich und fachlich strukturierter Austausch mit dem Freistaat Thüringen [...] geführt werden“, heißt es weiter.
Abschließend sagt der Bürgermeister deutlich, dass er weiterhin zu seiner Strategie stehe, die vielfältigen und komplexen, in Teilen nur langfristig zu lösenden Probleme der Gemeinde Gerstungen beim Freistaat Thüringen wahrnehmbar anzubringen.
„Dabei habe ich die Entscheidung zur Frage eines theoretischen Wechsels des Bundeslandes alleine getroffen und medial öffentlich gemacht. Im Zweifelsfall trage ich die politischen Konsequenzen. Dies habe ich den Ratsmitgliedern auch so vermittelt“, so Daniel Steffan.


